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Anpassung und Innovation regionaler Industriekulturen Westeuropas „nach dem Boom“. Krise und Entwicklung mittelständischer Wirtschaftsregionen 1973-2000 am Beispiel Württemberg (1973-2000).

Projektbearbeiter: Marc Bonaldo Fuolega (Universität Trier)

Die durch die internationalen Wirtschaftskrisen 1973/74 sowie 1980/81 mitgeprägte Zeit „nach dem Boom“ stellte Politik, Gesellschaft und Industriestrukturen Westeuropas vor die Herausforderung, einen umfassenden Strukturwandel zu gestalten. Dieser komplexe Transformationsprozess hatte sowohl Gewinner als auch Verlierer, wobei sich insbesondere regionale (Sozial-)Strukturen als entscheidend für den Erfolg oder Misserfolg des Strukturwandels erwiesen. Regionale Industriegeschichte und Kultur haben einen erheblichen Einfluss auf die Gestaltung von Herrschaftsverhältnissen, Konfliktlösungsmechanismen sowie Erzeugung von Kooperation und Konsens sowohl innerhalb eines Betriebs als auch im Verhältnis zwischen Unternehmen, Gesellschaft und Politik bzw. öffentlicher Verwaltung.


Regionen stellen in diesem Zusammenhang ein komplexes soziales Netzwerk verschiedenster Akteure dar, die sich mit dem Aufkommen neuer Technologien, der Rationalisierung und Reorganisation industrieller Arbeit, der Reform unternehmerischer (Herrschafts-)Strukturen, dem starken Wandel der Kapitalmärkte und der grundlegenden Veränderung der Wissenskulturen enormen Herausforderungen gegenüber sahen und den Strukturwandel mehr oder weniger erfolgreich bewältigten. Am Beispiel der Region Stuttgart werden die zentralen Akteure und Strukturen des Transformationsprozesses in ihrem sozialen, kulturellen und ökonomischen Kontext untersucht. Dabei sollen insbesondere die im Untersuchungszeitraum 1973 bis 2000 stattfindenden Veränderungen des Netzwerks, der beteiligten Akteure und ihrer Interaktions- und Konfliktlösungsmechanismen sowie wichtige Innovationsleistungen dargestellt und analysiert werden.